Nowitzki-Watch #3


dörk

Dirk Nowitzki gehört ja zu der Minderheit der NBA-Spieler, die nicht twittert. Das heißt, er versorgt uns nicht mit dem was er morgens zum Frühstück hatte, sagt auch nicht”Gute Nacht” zum Twitter-Volk und aktualisiert ebenfalls nicht die Wetterlage in Dallas/Texas. Auf Twitter wird nur über ihn geschrieben.

Dort ist momentan wenig davon zu lesen, dass er ein Weichei sei. Nein, Dirk Nowitzki erntet in den USA gerade massig Respekt. So gab das “Elias Stats Bureau” dieser Tage eine viel beachtete Statistik heraus. In den letzten fünf Jahren netzte Nowitzki demnach acht “Game-Winner in den letzten zwei Sekunden” ein. Das ist Platz Eins und macht ihn zum “Mr.Clutch” der NBA. Auf Platz Zwei folgt Dwyane Wade mit lediglich fünf siegbringenden Würfen. Bei den Game-Winnern in den letzten zehn Sekunden liegt er auf einen geteilten Platz Eins.

Heuer versenkte er bereits drei entscheidende Würfe. Den jüngsten davon gegen die Charlotte Bobcats. Der Fade-Away-Jumper des Seven-Footers scheint nie so unstoppable gewesen zu sein, wie heuer. Luc Richard Mbah a Moute oder Boris Diaw – beides überdurchschnittliche Verteidiger – können dem Würzburger nur tatenlos zusehen. Schließlich ist Nowitzki schwierig zu doppeln. Denn sein Passspiel verbesserte sich und die restlichen Mavs weisen eine zu gefährliche Firepower auf, um sie ganz alleine stehen zu lassen.

Selbst in seinem bisher schwächsten Saisonspiel führte er die Mavs zu einem Sieg. Nur zwei Punkte in den ersten drei Vierteln konnte er gegen die ihn traditionell stark verteidigenden New Orleans Hornets (David West) verbuchen, ehe er im Abschluss-Viertel noch acht Zähler markierte. Keine Einzelaufnahme, Nowitzki ist heuer der Mann für das vierte Viertel. Mit Kobe Bryant gehört er zu den einzig übermenschlich wirkenden Spielern der aktuellen Saison. Nowitzki ist einer der vordersten MVP-Kandidaten.

Eine der neuen Stärken des Würzburgers ist die Aggressivität. Endlich zieht er bedingungslos Richtung Korb um auch vermeintlich einfache Punkte abstauben zu können. Gegen die Rockets kostete ihn dieser Mut aber das Wohlbefinden am Ellenbogen und Carl Landry drei Zähne. (mehr hier: Klick.) Die Verletzung soll aber nicht so schlimm sein, so dass er zeitig wieder drin sein dürfte. Immerhin absolvierte er bereits wieder leichtes Wurftraining.

Nowitzki nutzte die spielfreie Zeit um gegen bestimmt NBA-Manager zu mosern. Der Pau-Gasol-Trade und der Chauncey Billups-Trade veränderten, seiner Aussage nach, die NBA nachhaltig. Die Mavs hätten jetzt einen der besten Kader der NBA, falls diese Geschenke nicht passiert wären, so Nowitzki weiter. 
Die Mavs wären zwar solch einem Trade-Angebot wohl ebenfalls nicht abgeneigt gewesen. Aber Nowitzki ging es ja um die Manager, die gar nicht erst etwaige Trade-Szenarios anbieten sollten. Der Gasol-Trade – übrigens zum unfairsten Trade der NBA-Geschichte gewählt – wird momentan gerade etwas fairer. Der im Trade involvierte Marc Gasol spielt eine klasse Saison in Memphis.

In Nowitzkis Abwesenheit können die restlichen Mavericks ihre individuellen Stärken forcieren. Zu oft verließ sich das Team auf Dirk Nowitzkis Offensive. Gegen die Cleveland Cavaliers gewann man dann tatsächlich mit 102-95. Die äußerst fragilen Cavs wurden von der homogenen Mavs-Truppe überrascht und verloren zurecht. Insgesamt verbesserte sich das Mannschaftsspiel der Mavericks mittlerweile merklich. Shawn Marion hat bzw. hatte nie das Zeug zum Superscorer, macht aber die kleinen, wichtigen Dinge auf dem Court. Nowitzki der MVP, Kidd der Quarterback, Marion der Kleber, Terry die Instant Offense (aktuell aber grade in einem Leistungsloch) und Dampier der Defense-Guru. Tim Thomas etabliert sich derweil zu einem sehr annehmbaren Bankspieler, der sein Minimalgehalt zigfach wert ist. So aufgestellt ist heuer das Conference-SemiFinal Pflicht. Die LA Lakers sind das Maß der Dinge. Mit Denver ist man auf einer Höhe, die San Antonio Spurs dümpeln zwar noch im Nirgendwo, erwachen aber traditionell erst im neuen Jahr, wenn das “Rodeo-Festival an den Alamo angeritten kommt. Der Road-Trip wird jährlich zum Selbstfindungstrip.

Um zu Twitter zurückzukommen. Spurs-Coach Gregg Popovich hält nicht viel davon. “Was? Steve Nash twittert? Ich dachte er hätte mehr Klasse.” Und zu den Spurs-Spielern, die Twitter nutzen: “Ich hasse sie alle!” Pops hat zwar einen wunderbaren Humor, aber nicht unbedingt recht. Immerhin teilten die Mavs ein paar ganz interessante  Einblicke von der Weihnachtsfeier des Teams:

Sein Dezember-Highlight:

Sein Dezember-Lowlight:

Und wie lange muss Nowitzki den Witz mit der Plastikgitarre noch machen? Nichtsdestotrotz: Schon mal “Schöne Weihnachten und guten Rutsch”.

___________________________________________________________________________
UPDATE: Dirk Nowitzki lässt Spiele nur ungern aus. Also war er mit bandagierten Arm gleich wieder beim übernächsten Spiel dabei. Mit 27 Punkten avancierte er zum Topscorer. Da er aber bis auf den Punkte-Output, wie die restlichen Mavs eher blass blieb, verlor zu Hause gegen die Portland TrailBlazers. Carl Landry steuerte übrigens bei einem Heimsieg seiner Rockets ebenfalls 27 Punkte bei.

  1. #1 von Führerschein Fahrschule Polen Tschechien am 9. Januar 2010 - 10:56

    Nowitzki ist einfach Klasse.

    Ich finde auch gut, dass er nicht twittert. Nowitzki ist eben was man eine PERSONALITY nennt, der braucht so was nicht, warum auch? News über ihn gibt’s doch genug, warum dann noch zeitverschwenderisch twittern. Der ganze Twitterkram beinhaltet meistens eh nur belangloses Zeug.
    Würde mich eh interessieren, ob die anderen das selbst machen.

    Und zu den sportlichen Leistungen von Nowitzki ist einfach nur zu sagen: Superb.

    Hoffentlich kann er noch lange auf dem hohen Niveau, dass wir von ihm kennen weitermachen.

(wird nicht veröffentlicht)

Um sicher zu gehen, dass du ein Mensch und kein Spambot bist, musst du das Anti-Spam-Wort eintippen. Klicke auf das Wort, wenn du es dir auf Englisch anhören willst.

Klicke auf das Bild, um das Anti-Spam-Wort auf Englisch zu hören

Anti-Spam Protection by WP-SpamFree