DJ “Taco” Mbenga



Es wirkt schon sehr stimmig, wer da alles bei den LA Lakers, dem Hollywood-Klub, spielt. Normal ist anders. Kobe Bryant, der sozial gestörte Superstar.Pau Gasol, die spanische Diva. Ron Artest, der hirnkranke Spinner. Sasha “The Dandy” Vujacic. Adam “The Mustache” Morrison, der schlechteste Spieler NBA-Spieler der Geschichte. Luke “Hippie-Son” Walton. Und natürlich DJ “Taco” Mbenga. Wer? Mbenga?

Zaire – das ehemalige Belgisch Kongo und die jetzige Demokratische Republik Kongo – hat eine ähnlich unstete Vergangenheit als der nahe Osten. Kriege, Korruption und Regime-Wechsel unter der  Schreckensherrschaft des von den USA und Belgien inthronisierten Diktators Joseph Mobutu sind verantwortlich. In dieser Zeit wuchs Didier Ilunga-Mbenga auf. 1997, als der Genozid-Krieg um Hutus und Tutsis  nach Zaire überschwappte wurde Mobutu endlich gestürzt. Alle Mitarbeiter des Staatsapparats, wie Mbengas Vater, wurden darauf inhaftiert. Selbst der damals 17-jährige Mbenga und seine zwei Brüder wurden in ein Gefängnis gesteckt und sahen sich einer Exekution konfrontiert.

Aber ihr Vater brachte ausreichend Geld auf um seine Söhne frei zu kaufen und ersparte ihnen somit dasselbe Schicksal, welches ihm bevorstand. DJ Mbenga flog nach Belgien, in das Land der ehemaligen Kolonialmacht. Dort wurde er erstmal in ein Flüchtlingslager gesteckt.Vom “belgischen Holger Geschwindner” wurde er dort entdeckt, der ihn zukünftig trainierte und den athletischen Power-Spieler auf NBa-Niveau brachte.

Die Dallas Mavericks waren die erste Station in der NBA-Karriere des Seven-Footers. Drei Jahre verbrachte er dort und erreichte 2006 immerhin eine NBA-Finalteilnahme. Während den Finals spielte er übrigens nicht. Weil er aufstand, um der Frau von Coach Avery Johnson gegen pöbelnde Fans zu helfen, wurde er für sechs Spielen gesperrt und verpasste die Final-Spiele.

Über Zehn-Tages-Verträge hielt er sich darauf in der NBA und kam irgendwann bei den LA Lakers an. Dank seiner kämpferischen Spielweise und des extrem lustigen Gesichts eroberte er dort schnell die Herzen der Fans. Letztes Jahr durfte er sich dann auch ein Schmuckstück an den Finger stecken, das Charles Barkley, Patrick Ewing oder Jason Kidd in deren Schmucksammlung fehlt: Ein echter Championship-Ring.

Der Vorname “DJ” stammt vom echten Vornamen ”Didier”, der streng französisch ausgesprochen ähnlich klingt. DJ hat jedenfalls eine Pferde-Lunge, ist als echter Floor-Runner  bekannt und kann zudem überdurchschnittlich gut verteidigen. Nicht zu verachten ist sein Gespür für Rebounding und Shot-Blocking. Offensiv ist er dafür harmloser als eine ungeladene Wasserpistole. Ein mittlerweile antrainierter Mitteldistanzwurf  ist seine beste Waffe. Sein Freiwurf fällt dagegen seltener als ein Schwein vom Himmel (heuer 28%). Für mehr als fünf hustlende Garbage-Time Minuten ist der Defensiv-Spezialist also nicht gut.

Es sei denn, Pau Gasol und Andrew Bynum fallen aus. Dann darf Mbenga sogar starten. Zweimal geschah dies heuer. In durchschnittlich 30 Minuten erkämpfte sich “Congo Cash” dabei überraschend starke 7,5 ppg, 12,5 rpg und 4 bpg!

Ein paar sehenswerte YouTube-Clips gibt’s natürlich auch:

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Foto:  HalfCrazyGirl (creative commons)

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  1. #1 von b0mzh am 10. Dezember 2009 - 08:40

    Also die Lakers-Fan und eigentlich auch andere NBA-Fans kennen ihn sehr gut, schliesslich ist er bei den Lakers der Publikumsliebling, wobei jetzt noch Shannon Brown dazu kommt. Sonst steht hier zu wenig von seiner Geschichte und die hat es in sich.
    http://www.youtube.com/watch?v=NFX39a1y8a8
    Er hat einen schwarzen Gürtel in Judo, spricht viele Sprachen, schreibt Kobe nur SMS statt ihn anzurufen, weil dieser sein Englisch mit dem Akzent nicht versteht usw.

  2. #2 von b0mzh am 10. Dezember 2009 - 08:43

  3. #3 von these am 11. Dezember 2009 - 16:32

    Nerv nicht. Das wichtigste hat er rein geschrieben.

  4. #4 von b0mzh am 11. Dezember 2009 - 18:19

    Aber nicht das interessanteste

  5. #5 von Sport Guider am 15. Dezember 2009 - 19:16

    So schlecht ist “The Stache” auch nicht…Aber leider völlig überbewertet gewesen am Anfang seiner Karriere in Charlotte. Da wurde ein riesen Hype um den Jungen gemacht…
    DJ ist ein Top Mann. Seh den gerne spielen.

  6. #6 von dukster am 22. Dezember 2009 - 21:27

    @ Sport Guider

    Der erste Absatz war natürlich komplett polemisch gemeint. Also auch krass übertrieben. Wobei schon auffällt, dass Yi Jianlian und Morrison stets zu iniffezienteseten Spielern der NBA gehören…

    @bumms
    Das mit den Sprachen ist nicht sooo weit her. Französisch, Flämisch, Englisch und zwei afrikanische Dialekte sind darunter. Also praktisch alles Pflichtsprachen. Der Schweiter Sefolsoha kann auch fünf Sprachen. Sogar Dumbaz Michelle Hunziker beherrscht vier Sprachen…
    Die SMS zwischen Kobe und DJ ist nur ein Witz von Kobe. Über sein afrikanische Geschichte habe ich eigentlich alles so drin wie in deinem Filmchen. Den Judo-Gürtel habe ich aber schlichtweg vergessen reinzuschreiben. Aber danke für die Kritik.

(wird nicht veröffentlicht)

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