Der 15. der Tabelle ALBA Berlin sowie der Tabellenletzte Paderborn Baskets verpflichteten nach. Bei Berlin soll es ein Shooter richten, bei Paderborn wird nach dem Ausfall von Nate Gerwig, auf einen echten Brettcenter gesetzt.
Nach Wunsch läuft es in Berlin noch nicht. In der Euroleague-Qualifikation zog man sich akzeptabel aus der Affäre. Ein starker Auftritt gegen Meister Oldenburg sowie eine Demontage gegen das Ulmer Team waren die Highlights. Ansonsten war da nicht viel. Vor der Saison lobte man die Berliner, da mit Immanuel McElroy, Julius Jenkins und Philip Zwiener nur drei Spieler für die Positionen Zwei und Drei eingeplant wurden. Für Zwiener war offenbar viel Spielzeit eingeplant.
Es war bereits vor der Saison klar, dass Berlin nochmal nachverpflichtet. Aber nicht schon im frühen November. Jenkins ist einfach nicht mehr der Anführer vergangener Tage und verfällt meist in eindimensionales Scoring-Aktiviät. Zwiener traute man zu, zumindest die freien Dreier aus der Ecke zu verwandeln. Warum auch immer, Zwiener ist absolut keine Hilfe. Insgesamt sechs Würfe in fünf Spielen und durchschnittlich sieben Minuten Spielzeit pro Spiel belegen dies. Coach Pavicevic kann oder will nicht auf ihn setzen. Die Worte des Nationaltrainers Dirk Bauermann kommen wieder in Erinnerung. Philip sei nicht mehr der Spieler wie vor zwei Jahren, meinte Bauermann. Mit anderen Worten, er wurde in Berlin “kaputt” gemacht.
Nach dem schwachen Spiel am Wochenende gegen Bonn, wurde für jeden offensichtlich, wie dringend ein neuer Shooter benötigt wird. Die Lage in Berlin versucht hier Grübler zu verdeutlichen: Klick.
Derrick Byars heißt der Mann, der in Berlin das Loch auf der Drei stopfen soll. Byars, seines Zeichens NBA-Borderliner, 2,01m groß und schwer in den Sprungwurf verliebt. Ein erster BBL-Stint in Köln, beendete er nach acht Spielen und wanderte nach Frankreich ab. Damals fiel er vorwiegend durch schlechte Trefferquote und wenig Einsatzwillen auf. Dieses Jahr versuchte er sich in der Summer-League und schaffte es trotz desolater Darbietungen ins Pre-Season-Team der Chicago Bulls. Dort fiel er erst als einer der letzten Spieler, nach Beendigung der Pre-Season, dem Cut zum Opfer. Die Fans in Chicago weinen ihm nach. EIn gutes Zeichen. Immerhin rund sechs Punkte in knapp 17 Minuten Spielzeit konnte er dort im Schnitt verzeichnen. Die Trefferquote war dabei zumindest beim Dreipunktewurf gut. (7/14 Dreier)
Dass er sich in der BBL durchsetzen kann, beweisen seine hervorragenden Zahlen in der NBA-Entwicklungsliga, die vom Niveau durchaus mit der BBL vergleichbar ist. Nun kann man sich also gut vorstellen, dass er in Berlin auf der Drei und McElroy auf der Zwei startet. Jenkins kommt demnach als sechster Mann von der Bank. Eine Rolle die der energiegeladene Scorer sicherlich bestens ausfüllen kann. Bereits letztes Jahr, produzierte er von der Bank “MVP-ähnliche” Leistungen. Problem nur: Viele Assists wird Byars nicht liefern. Da die Spielmacher Wright und Hamann diese Bezeichnung nur bedingt verdienen, wäre ein echter “Point Forward” mit starkem Wurf noch wünschenswerter gewesen. Mehr Lasten kommen also auf Allrounder McElroy zu, der mit derzeit 2,8 Assistenten pro Spiel diese Aufgabe bereits gut erledigt. Shooter Byars sollte nicht nur Berlins Dreierquote aufpolieren, sondern gleichzeitig Räume für den Frontcourt um Bajramovic, Chubb und Sekulic schaffen.
In Paderborn, sehnte man sich nach einen echten Brett-Center. Terence Dials heißt der us-amerikanische Center, der dieser Schablone gerecht wird. Bis Ende Dezember läuft der Vertrag, bis dahin müsste Nate Gerwig wieder fit sein. Wenn möglich sollten die Baskets Dials aber länger an sich binden…
Einer ansprechenden College-Karriere an der Greg-Oden-Universität Ohio, folgten drei Jahre Aufenthalt in Frankreich. Letztes Jahr stieß er dabei mit Orleans ins Finale vor. Das klingt viel versprechend. Sieht man den aktuellsten YouTube-Clip an, kommen einen Ähnlichkeiten mit Brose-Center Elton Brown in den Sinn. Beide wären in der NBA Power Forwards, sind keine Super-Athleten und scheinen der asketischen Lebensweise nur wenig zugetan zu sein. Aber ein paar brauchbare Post-Moves dürfte Dials, ebenso wie Brown, im Repertoire haben.
Eine geschickte Verpflichtung, die einschlagen müsste. Immerhin kann “Sideshow Bob” Terwilliger nun seine Stärken, die außerhalb der Zone liegen, besser zur Geltung bringen. Ein Zonenspieler und ein Vierer mit “Range” funktioniert in der BBL. Ob allerdings ein Dials alleine Paderborns Sinkflug aufhalten kann, darf bezweifelt werden. Der restliche Kader genügt nicht dem BBL-Standard. Besonders auffallend sind hierbei Sefton Barrett und Lawrence Borha. Diese Spieler müsste man eigentlich sofort austauschen. Für Neuverpflichtungen wird Geld natürlich nur schwer auftreiben zu sein. Mit großer Anstrengung konnte man in Paderborn überhaupt einen einigermaßen adäquaten Kader versammeln.