Das beste der BBL-Sommerpause


Der Tip-Off steht bevor, nur Peavy “springt” jetzt für Quakenbrück

Viele Kaderplätz sind nicht mehr zu vergeben. Bereits am 3.Oktober treffen sich Oldenburg und Bonn zur Austragung des „Champions Cup“. Fünf Tage später beginnt, rund einen Monat vor der NBA, die Hauptrunde der Basketball-Bundesliga. Höchste Zeit also die geschicktesten Teams der Sommerpause aufzulisten.

1. Eisbären Bremerhaven

Jeff Gibbs, Rodney Buford, Louis Campbell, Kevin Lyde, Steven Esterkamp, Philipp Schwethelm, Coach Doug Spradley

Ziemlich offensichtlich, im hohen Norden wächst ein starkes Team zusammen. In Vorbereitungsspielen zeigte sich, dass Jeff Gibbs noch lange keinen leeren Tank hat und die Befürchtungen über eine lustlose Spielweise von NBA-Import Rodney Buford unbegründet sein dürften. Beeindruckend waren auch die Leistungen von Louis Campbell. Mit dem verpflichteten Erfolgscoach Doug Spradley ist heuer ein Durchmarsch von Platz 18, aus der vergangen Saison, bis ins Halbfinale vorstellbar.

2. Brose Baskets Bamberg

Casey Jacobson, Tibor Pleiß, Brian Roberts, Bastian Doreth, Maurice Stuckey

Die Rückkehr des Halbgotts „Käsi“ Jacobson auf den Bamberger Olymp entzückte die Stadt. Als kurz darauf zusätzlich noch mit Elton Brown verlängert wurde, sah man sich wieder im Aufwind. Zudemwurde mit Brian Roberts eine geschickte Verpflichtung getätigt. Bisher überzeugt er mit nervenstarker Spielweise. Die Talente Bastian Doreth und Tibor Pleiß werden als Back Ups für die Spielmacher- bzw. Centerposition eingesetzt. Klar ist, dass Casey Jacobson ein anderer Spieler als bei seinem ersten „Bamberg-Stint“ ist. In den Rollenspieler-Jahren in der NBA und Berlin könnten seine Leader-Qualitäten verloren gegangen sein. Der restliche Kader schreit jedenfalls nach Meisterschaft, sofern von einer Führungspersönlichkeit angeführt.

3. Artland Dragons

Toby Bailey, Ronald Ross, Folarin Campbell, Florian Hartenstein, Charles Lee, Nathan Peavy, Alexander Seggelke

Ein beachtlicher Lauf (9 Siege aus 11 Spielen) zum Ende der vergangen Spielzeit ließ die enttäuschenden Darbietungen der Drachen beinahe vergessen. Als erstes Team schloss Quakenbrück seine Aktivitäten auf dem Transfermarkt ab. Die Verlängerung der Leistungsträger Ronald Ross und Toby Bailey stimmte froh. Dazu gesellen sich der viel gelobte Folarin Campbell, Göttingens Guard-Terrorist Charles Lee und Paderborns-Playoffheld Nathan Peavy. Alexander Seggelke, letztes Jahr in der Pro A bei Jena stark, wird sogar als „Nationalmannschafts-Material“ angesehen. Der aus Gießen verpflichtete BBL-Veteran Florian Hartenstein bringt ein paar Dirty Tricks mit ein. Der viel kritisierte Trainer Thorsten Leibenath steht mit diesem Team unter Erfolgszwang.

4. EWE Baskets Oldenburg

Der Meister hatte wenig Überraschungen zu bieten. Mit dem talentierten College-Guard Joshua Carter wurde nur ein Neuzugang vermeldet. Ansonsten, und dies ist beachtlich, wurden sämtliche Leistungsträger gehalten: MVP Gardner, Foster, Boumtje² und Majstorovic. Dies bedeutet also, dass mit Oldenburg auch wieder in der kommenden Saison zu rechnen ist. Durch diese Konstanz dürften sie allerdings auch leichter auszurechnen sein.

5. ratiopharm Ulm

Coleman Collins, Rocky Trice, Robin Benzing, Christian Burns, Kevin Kanaskie

Mit wenig Etat, dafür mit viel Herzblut erreichte der Verein letztes Jahr die Playoffs. Mit wenig Etat, dafür mit viel Einsatz konnten nun sogar die Abgänge der Leistungsträger Jeff Gibbs, Romeo Travis und Dru Joyce kompensiert werden. Geschickt und tatkräftig schnappten sie der Konkurrenz Robin Benzing, noch bevor er zum EM- und U20-EM-Helden mutierte, vor deren Nasen weg. Coleman Collins spielte eine gute Summer League, entschied sich aber etwas überraschend für die Donaustädter. Burns, sofern man dem Talent-Experten Mike Taylor glauben darf, wird Kultfigur Gibbs ersetzen können. Ein klassischer Spielmacher wurde in Kevin Kanaskie gefunden, der sich auf der Eins mit Per Günther abwechseln wird. Interessant ist auch die Verpflichtung des spektakulär spielenden Ex-Veilchen Rocky Trice.

6. Telekom Baskets Bonn

Chris Ensminger, Jared Jordan, Bryce Taylor, Tim Ohlbrecht

E.J. Rowland, Brandon Bowman, Winsome Frazier und Ken Johnson wanderten alle ab. Kann da von einer erfolgreichen Offseason gesprochen werden? Die Neuverpflichtungen dürften zumindest allesamt einschlagen. Jared Jordan überragte in der Vorbereitung. Auch die Kombination der schnellen Jordan und Tim Ohlbrecht ist viel versprechend. Ohlbrecht dürfte dabei aber nicht, wie angedacht, Bowman ersetzen können. Combo-Guard Bryce Taylor ist ein unauffälliger aber abgeklärter und effizienter Spielertyp. Ensminger machte in der Vorbereitung extensiven Gebrauch seiner Ellbogen und bringt der Magenta-Truppe eine neue Spieldimension. Die Bonner von 09/10 haben nur noch wenig mit der Streetball-Gang aus dem Vorjahr gemeinsam, ob aber auch Qualität verloren ging, zeigen spätestens die ersten Hauptrundenspiele. Zumindest ein oder zwei Flügelspieler würde dem Team noch gut zu Gesicht stehen.

Ebenfalls mit starker Offseason:

Braunschweig: Heiko Schaffartzik, Yassin Idbihi, John Allen und die aus Polen kommenden und von Insider Sebastian Machowski verpflichteten Kevin Hamilton und Michael Hicks sind allesamt gestandene Spieler. Die Playoffs sind für die Braunschweiger machbar.

Ludwigsburg:
Zum Umzug in der neuen Halle soll es wieder Playoff-Basketball gebe. Vom Lokalrivalen Tübingen kamen Coach Tolga Ongören, Michael Haynes und Richard Chaney. Dazu gesellen sich Halbzeit-MVP Kyle Bailey, der erfahrene Euro-Veteran Quadre Lollis und Braunschweigs Kyle Visser. Mit Playoff darf noch nicht geplant werden, aber es wird darum gekämpft.

Berlin: Der achte Meistertitel wurde bereits offiziell anvisiert. Wobei die Sommerpause eher lethargisch abgesessen wurde. Bereits vor Ende der Saison wurde mit Coach Luka Pavicevic und Immanuel McElroy verlängert, einziger echter Neuzugang ist damit Kenan Bajramovic, der in der türkischen Liga überdurchschnittlich spielte. Zwei Spieler sollen während der Saison noch engagiert werden. Möglicherweise liegt allerdings gerade im qualitativen Abspecken der Schlüssel zum Erfolg. Letztes Jahr schien es zu wenig Bälle für Berlins Star-Truppe gegeben zu haben, was keinen echten Mannschaftgeist aufkommen ließ.

Bis zum Start der BBL-Saison werde ich es mir natürlich nicht nehmen lassen eine Preview für die kommende Spielzeit anzufertigen.


Foto: Photomek (Creative Commons)

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